Zum Inhalt springen

Becker-Ebel - PalliativCare in Pflegeheimen

Becker-Ebel, Jochen (Hrsg.) Palliative Care in Pflegeheimen Wissen und Handeln für Altenpflegekräfte Schlütersche, Hannover, 2012, 3., überarb. Aufl., 224 S., 18,95 €, ISBN: 9783899932973 Das Buch „Palliative Care in Pflegeheimen - Wissen und Handeln für Altenpflegekräf
20. April 2015 durch
Becker-Ebel - PalliativCare in Pflegeheimen
Andreas Lauterbach

Becker-Ebel, Jochen (Hrsg.)

Palliative Care in Pflegeheimen

Wissen und Handeln für Altenpflegekräfte

Schlütersche, Hannover, 2012, 3., überarb. Aufl., 224 S., 18,95 €, ISBN: 9783899932973

Das Buch „Palliative Care in Pflegeheimen - Wissen und Handeln für Altenpflegekräfte“ entstand in einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit mehrerer Autoren und liegt jetzt in dritter Auflage vor.Das Buch gliedert sich insgesamt in fünf Kapitel, gefolgt von einem Anhang und dem Literaturverzeichnis. Im Anschluss daran stellen sich alle mitwirkenden Autorinnen und Autoren inklusive einem Foto kurz vor. Das Buch endet mit einem Registerverzeichnis.

Beginnend mit einem Vorwort gibt im Anschluss daran die Einleitung einen entsprechend Überblick und bereitet inhaltlich auf die Thematik und Wichtigkeit der hier behandelten Themen vor. Das erste Kapitel befasst sich vor allem mit der Behandlung von Schmerzen in der Palliativbetreuung. Diesbezüglich steht der Schmerz im Zentrum dieser Ausarbeitungen. Inhaltlich findet sich in diesem Kapitel beispielsweise eine entsprechende Definition zum Schmerz wieder. Es wird auf die Schmerztherapie, insbesondere in Bezug auf Tumorschmerzen eingegangen und natürlich die physiologischen Grundlagen, wie die Schmerzentstehung, Schmerzleitung, zentrale Schmerzwahrnehmung, Schmerzhemmung sowie die Schmerzschwelle und Schmerztoleranz ausführlich behandelt. Weiterhin wird auf die Vielfältigkeit der Schmerzursachen eingegangen. Auch hier befinden sich im einzelnen Definitionen zum akutem, chronischem Schmerz, Durchbruchsschmerz und somatoformen Schmerz. Anschließend geht es um die Diagnostik von Schmerz, bei welcher der Kommunikation und Beobachtung eine besondere Bedeutung zukommen. Neben dem Ziel einer guten und effektiven Schmerzanamnese, werden viele Hilfestellungen gegeben, um dieses auch zu erreichen. Hierzu werden zahlreiche Fragen aufgelistet, welche unterstützend zur Zielerreichung beitragen. Aufbauend auf den bisherigen Inhalten wird nun auf verschiedene Schmerztherapien eingegangen, inklusive dem Stufenschema der WHO bei der Tumorschmerztherapie. In diesem Zusammenhang werden die verschiedenen Applikationswege, Kombinationsmöglichkeiten von Schmerzmedikamenten sowie der Ablauf von Opioidwechseln aufgezeigt. Unter anderem bekommt man weiterhin Informationen darüber, was unter einer Schmerzattacke zu verstehen ist und wie solch einer entgegengewirkt werden kann. Kapitel zwei hingegen beschäftigt sich mit der Symptomlinderung in der Palliativpflege und zeigt diesbezüglich palliativmedizinische und -pflegerische Zusammenhänge auf. Es wird auf die palliative Mundpflege sowie die Symptomlinderung bei Übelkeit und Erbrechen eingegangen. Da Übelkeit und Erbrechen vor allem in der Tumortherapie zu den Hauptnebenwirkungen zählen, wird eine entsprechende Skala für die Erfassung und Einschätzung der Symptomstärke bei Übelkeit und Erbrechen vorgestellt. Eine Tabelle zeigt eine Übersicht über diesbezügliche mögliche Anamnesefragen. Es wird weiterhin dargestellt, welche Ursachen für Übelkeit und Erbrechen bestehen. Eine weitere Übersicht zeigt die auslösenden Zentren auf. Nach dem entsprechende Therapiemaßnahmen dargelegt werden, wird auf pflegerische Maßnahmen eingegangen. Ein weiterer Schwerpunkt ist neben der Behandlung von Obstipation die Atemnot, auf welche ebenfalls mit Definition, Ursachen und Therapiemaßnahmen inhaltlich Bezug genommen wird. Den Abschluss dieses Kapitels bildet die palliative Wunderversorgung, unter anderem mit dem Aufzeigen von Zielen, häufig auftretenden Problemen, entsprechender Wundreinigung, Wundauflagen und Wundtherapeutika. Das dritte Kapitel hat die Kommunikation zum Schwerpunkt. Aus diesem Grund wird das Kommunikationsmodell der Transaktionsanalyse vorgestellt, dessen wesentlicher Bestandteil das Ich-Zustandsmodell ist. Dieses Modell wird praxisnah an einer alltäglich Situation aus dem Altenheim erläutert. Weiterhin wird auf die Kommunikation mit nicht mehr sprachfähigen Menschen sowie die Kommunikation mit Angehörigen eingegangen. Bezüglich der Arbeit mit Angehörigen geht es explizit darum, wie eine gute Atmosphäre bei der Angehörigenarbeit gelingen kann. Einen weiteren wichtigen Aspekt stellt die Kommunikation im Team beispielsweise in Form von regelmäßigen Besprechungen dar. Neben den Angehörigen sind die Ehrenamtlichen eine ganz besonders wichtige Gruppe. Deshalb wird in diesem Zusammenhang auch auf die Kommunikation mit Ehrenamtlichen eingegangen. Im Vorfeld wird jedoch kurz skizziert, was unter dem Begriff Ehrenamtliche zu verstehen ist, welche Aufgabe ihnen zukommt und wie Ehrenamtliche zu gewinnen sind. Um Ehrenamtliche gut in ihr Arbeitsumfeld einzuarbeiten, werden neben einer Konzeptvorstellung zur Integration auch die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration aufgezeigt. Weiterhin behandelt das dritte Kapitel Rituale in der Begleitung Sterbender und stellt hierzu drei Phasen von Ritualen vor, wobei jede Phase mit einem Beispiel verdeutlicht wird. Neben dem Aspekt spiritueller Fragestellungen werden die Trauer, einschließlich der Stadien des Trauerprozesses oder Maßnahmen bei der Trauerbewältigung, thematisiert. Ethische Entscheidungen am Lebensende behandelt das vierte Kapitel. Hier werden grundlegende Informationen zum Thema Euthanasie, Suizid und Behandlungsabbruch gegeben. Die wichtigsten Begrifflichkeiten werden definiert, Verweise zur Rechtsprechung werden dargestellt und Hinweise bezüglich zur Patientenverfügung werden integriert. Weiterhin wird auf die Wichtigkeit interprofessioneller ethischer Fallberatungen eingegangen und das Nimwegener Modell mit seinen Phasen erläutert. Kapitel 5 widmet sich der Thematik des Expertenstandards, explizit der Umsetzung eines fundierten Schmerzmanagements. Auch hier finden sich wichtige und grundlegende Definitionen wieder. Diesbezüglich werden erforderliche Assessmentinstrumente, wie zum Beispiel verschiedene Skalen zur Schmerzeinschätzung und die Inhalte eines Schmerzprotokolls, für die Umsetzung des Expertenstandards vorgestellt. Im Anhang befinden sich zahlreiche und hilfreiche Tipps und Schritte, die einen bei der Zielerreichung einer erfolgreichen Umsetzung von Palliative Care unterstützen. Es wird ein sehr detaillierter Ablauf dargestellt, übersichtlich in einzelne Schritte gegliedert, wobei sich zu jedem Schritt eine kleine Erklärung anheftet. Es handelt sich hier zum Teil um allgemeine Hinweise, aber auch mit weiteren Empfehlungen hinsichtlich Literatur oder Downloads. Ebenso hilfreich ist der Unterpunkt des Projektabschlussberichts- Dieser gibt an, wie der Aufbau sein sollte, was enthalten sein muss und in welcher Struktur. Im Anschluss daran enthält das Buch ein Literaturverzeichnis. Zu den einzelnen Themen wird die Literatur aufgelistet, zum Teil auch nur als Auswahl. Im laufenden Fließtext sind bereits Literaturverweise aufgeführt. Nach einer kurzen Vorstellung der einzelnen Autorinnen und Autoren, endet das Buch mit einem Registerverzeichnis, in welchem die Schlagworte in alphabetischer Reihenfolge die Seite wiedergeben, wo sie zu finden sind.

Zusammenfasend kann festgehalten werden, dass alle Inhalte der Kapitel kurz, knapp und präzise dargestellt sind. Es wird viel mit praktischen Beispielen aus dem Arbeitsalltag erklärt. Diese vereinfachen den Theorie-Praxis-Transfer und geben hilfreiche Anregungen für eine persönliche und individuelle Umsetzung. Eine einheitliche Struktur durchzieht alle Kapitel und verschafft dem gesamten Buch ein hohes Maß an Übersichtlichkeit. Überschriften sowie Zwischenüberschriften werden durchgängig hervorgehoben. Zum Teil erfolgen stichpunktartige Aufzählungen. Dies hat zum Vorteil, dass sich der Umfang des zu lesenden Textes verringert. Des Weiteren gibt es viele „Infokästchen“, welche grau hinterlegt sind und ebenfalls wichtige Informationen fokussiert weitergeben. Insgesamt stellt das Buch „Palliativ Care in Pflegeheimen-Wissen und Handeln für Altenpflegekräfte“ ein sehr gutes Grundlagenbuch dar, durch welches sich mittels weiterer Literaturquellen die Informationen noch intensivieren lassen. Man erhält einen sehr guten Überblick, für vertiefende Informationen ist das Buch jedoch weniger geeignet. Hierzu finden sich jedoch gezielte Hinweise im Buch selbst. Viele Informationen werden durch eine visuelle Aufbereitung gut zusammengefasst. Es sind zahlreiche Tabellen und Abbildungen, schwarz-weiß, in den Fließtext eingearbeitet. Diese Art der Informationsverarbeitung ist besonders hilfreich, um alle Lerntypen anzusprechen.

Eine Rezension von Denise Binder

 

Schilder: Geriatrie
Schilder, Michael Geriatrie Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 2014, 220 S., 26,99 €, ISBN 978-3-17-022693-7 Das vorliegende Buch erscheint in der von K. Reiber, J. Dietrich, M. Hasseler und U. Höhmann herausgegebenen Reihe „Pflege fallorientiert lernen und lehren“. Die Reih