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Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Roloff, Eckart und Karin Henke-WendtBesuchen Sie Ihren Arzt oder ApothekerEine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie Band 1 Norddeutschland S. Hirzel Verlag, Stuttgart, 2015, 266 S., kartoniert, 29,90 €, ISBN 978-3-7776-2510-2 Band 2 Süddeutschland. S. Hirzel V
24. April 2016 durch
Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker
Andreas Lauterbach
ROLOFF Besuchen Sie Band 1ROLOFF Besuchen Sie Band 2
Roloff, Eckart und Karin Henke-Wendt
Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker
Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie
Band 1 Norddeutschland
S. Hirzel Verlag, Stuttgart, 2015, 266 S., kartoniert, 29,90 €, ISBN 978-3-7776-2510-2
Band 2 Süddeutschland.
S. Hirzel Verlag. Stuttgart 2015, 257 S., kartoniert, 29,90 €, ISBN 978-3-7776-2511-9

 

Nach Angaben vom Deutschen Museumsbund, dem bundesweiten Interessenverband der Museen und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, existieren in Deutschland mehr als 6.000 Museen unterschiedlicher Gattungen und in verschiedenen Trägerschaften (vgl. www.museumsbund.de). Dabei gibt es kulturhistorische, naturwissenschaftliche oder technikhistorische Museen, Kunstmuseen, Freilichtmuseen, Schloss- oder Burgmuseen und Spezialmuseen. Zahlreiche Museen und Sammlungen – fast 170 an der Zahl – befassen sich mit den Themen Medizin und Pharmazie. Unter der Überschrift „Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie“ werden letztere von Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt nun erstmals in zwei Bänden geschlossen präsentiert.

Dr. Eckart Roloff, der Herausgeber und Autor mehrerer Bücher ist, promovierte nach dem Studium der Publizistik, Soziologie und Germanistik 1972 mit einer Arbeit über die Berichterstattung zu den ersten Herztransplantationen und leitete 20 Jahre lang das Wissenschaftsressort einer Wochenzeitung.

Die Diplom-Biologin und Wissenschaftsjournalistin Dr. Karin Henke-Wendt promovierte 1999 am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg mit einer Arbeit zur Strahlentherapie bei Tumorpatienten. Seither ist sie für Printmedien und Pressestellen tätig und arbeitet an Internet-Präsentationen, Büchern, Patienten- und Imagebroschüren mit.
In ihrem Vorwort weisen die Autor/innen darauf hin, dass ihre Darstellung „eher journalistisch geprägt“ ist, nicht zu trocken und abgehoben, gleichwohl aber korrekt. Mit diesem Ansatz wollten sie vor allem diejenigen ansprechen, die man gern als „interessierte Laien“ bezeichne. Gegenüber den Fachleuten seien sie ja deutlich in der Mehrheit und schon deshalb für Museen eine entscheidende Gruppe. Natürlich seien auch Experten aus Medizin, Pharmazie, Geschichte, Kultur, Technik und verwandten Disziplinen ebenso willkommene Nutzer, die in den Beiträgen „viel Aufschlussreiches“ fänden. Zur Bedeutung und Intention ihrer Veröffentlichung halten sie sodann wörtlich fest: „Wir möchten gern die erstaunliche Vielfalt dieser Museumslandschaft vor Augen führen, zu zwei großen Gebieten, die für uns aller Leben schon immer bedeutsam waren und dies bleiben werden. Es geht nicht ohne Medizin, ohne Pharmazie. Und auch nicht ohne manches Erstaunen und manches Kopfschütteln, was es da nicht alles an Arzneien, Therapien und Dogmen einmal gab, Irrwege eingeschlossen“ (S. 13).

Nach Nord- und Süddeutschland mit deren Bundesländern geordnet, stellen Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie einzeln in Wort und Bild vor. Berücksichtigung fanden dabei entsprechende Einrichtungen:
- zur Medizin und Pflege allgemein,
- zur Geschichte einzelner Krankenhäuser,
- zur Pharmazie und zum Apothekenwesen,
- Firmenmuseen zur Medizin und Pharmazie,
- Museen zu einzelnen Medizinern,
- zu bestimmten Krankheiten,
- zu einzelnen Fachgebieten, darunter die Museen zur Psychiatrie, sowie jene
- zur Kneipp-, Kur- und Bademedizin und schließlich die
- Rotkreuz-Museen.

„Band 1 Norddeutschland“ umfasst die Bundesländer: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, „Band 2 Süddeutschland“ umfasst die Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen.

Nach Listen der Museen nach Orten für Band 1 und 2 (S. 245-250) und einer Liste der Museen nach Themen für Band 1 und 2 (S. 251-256) gibt es im Anhang für den deutschsprachigen Raum, das heißt Österreich, die Schweiz und Südtirol, auch noch eine Übersicht mit den Namen und Adressen der dortigen Museen, immerhin weitere 35 an der Zahl (S. 257-260). Schließlich eine Literaturauswahl (S. 261-264) von Titeln, die in die Geschichte der Medizin und Pharmazie einführen und zum Teil auch über die Präsentation in Museen und Ausstellungen unterrichten.

Am Anfang des Textes der einzelnen Museen werden dessen Besucheranschrift und Telefonnummer, ferner Web- und Mailadresse sowie die Öffnungszeiten genannt. Sodann folgen Piktogramme, die einen schnellen Überblick vermitteln, etwa zu Eintritt, Parkmöglichkeiten, nahegelegene Restaurants und Gaststätten, Zugang für Behinderte, Audioguides beziehungsweise Hör- und Multimediastationen, gedruckte Informationsmaterialien Programme für Kinder sowie Fotografieren und Filmen. „Tipps“ machen darüber hinaus auf wissenswerte Extras und nahegelegene Sehenswürdigkeiten aufmerksam.

Sieht man, dass es bisher doch nur von Rolf Brüggemann und Gisela Schmidt-Krebs einen verdienstvollen Führer zu Psychiatriemuseen und Gedenkstätten („Verortungen der Seele. Psychiatriemuseen in Europa = Locating the soul), ferner inzwischen überholte Darstellungen zu alten Apotheken und die vielen, aber generellen Titel zu den Museen einzelner Städte und Landschaften, haben Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt mit ihrem Kompendium eine Lücke geschlossen. Mit ihren anschaulich geschriebenen Texten, die durch zahlreiche Farbaufnahmen illustriert werden, laden sie dazu ein, auf Entdeckungsreiche zu gehen. Ihre beiden Bände dienen jedenfalls ideal zur Vorbereitung und als Begleiter für alle, die eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie unternehmen möchten.

Eine Rezension von Dr. Hubert Kolling
Sappok-Laue - Henriette Arendt
Sappok-Laue, Henrike Henriette Arendt Krankenschwester, Frauenrechtlerin, SozialreformerinMabuse-Verlag, Frankfurt am Main, 2015, 280 S. 39,95 €, ISBN 9783863212834   „Meine Fürsorge lasse ich jedem Bedürftigen angedeihen, ob Protestant, Katholik, ob Jude oder Heide." Henriette A