Das Fehlzeiten-Informations-Management Ein Konzept zur Verbesserung der betrieblichen Prozesse (Mall, Georg; Sehling, Michael: )expert verlag Renningen-Malmsheim 1998, ISBN 3-8169-1562-0Rezension von: K. Althaus |
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Das vorliegende Buch befasst sich mit der Fehlzeitenproblematik durch die umfassende Behandlung der Fragestellung âwarum fehlen die, die fehlen ?â und der Darstellung eines Konzepts für sinnvolle Interventionen. Die Autoren gründen ihr Konzept des Fehlzeiten-Informations-Management auf ihre konkreten Erfahrungen als Betriebsärzte. Die Höhe der Fehlzeiten hat eine nachhaltige Auswirkung auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens, so dass sich die Verantwortlichen mit der Frage der Beeinflussung überhöhter Fehlzeiten befassen müssen. Dazu werden die verschiedenen verhaltens- und verhältnisbedingten Ursachen für Fehlzeiten und deren Folgen für den Betrieb dargestellt. Die Autoren weisen aber darauf hin, dass die Erklärungsmodelle der Fehlzeitenforschung die Fehlzeitenproblematik nicht nachhaltig lösen können, da neben anderen Gründen die beeinflussenden Faktoren in einem komplexen dynamischen Beziehungsgeflecht zueinander stehen. So wird an mehren Beispielen aufgezeigt, weshalb die bewährten Rezepte zur Reduktion der Fehlzeiten nicht erfolgreich waren. Gefordert werden nicht MaÃnahmen zur kurzfristigen Reduktion der Fehlzeiten, sondern realistische Konzepte, die erfolgreich durchgeführt einen langfristigen Prozess der Veränderung der Fehlzeitenkultur initiieren. Fehlzeitenkonzepte sollen nicht in erster Linie eine Verringerung der Fehlzeitenquote zum Ziel haben, sondern durch die Möglichkeit auf individuelle Fehlzeiten zu reagieren, die Stabilität der Betriebsprozesse nachhaltig verbessern. Am Beispiel der Fehlzeitenkonzepte der Firmen Opel, Volkswagen AG und Siemens wird der Prozess der Entwicklung solcher Konzepte aufgezeigt. Das von den Autoren entwickelte Fehlzeiten-Informations-Management besteht aus den fünf Elementen der Rückmeldung des Mitarbeiters nach der Fehlzeit, dem Stufenplan für krankheitsbedingte Rückmeldungen, den Präventionsgesprächen der Personalabteilung, dem Gespräch mit dem Betriebsarzt auf Wunsch des Mitarbeiters und dem Fragebogen für arbeitsplatzbedingte Krankheitsursachen. Dazu werden die entsprechenden betrieblichen Konsequenzen sowie Anregungen für dessen Einführung im Betrieb aufgezeigt. Den Autoren ist es gelungen, die komplexe Thematik umfassend und sorgfältig zu bearbeiten und ein Konzept vorzustellen das begründet, konkret beschrieben und in den Betrieben umsetzbar ist. Die fundierte, gut nachvollziehbare Darstellung der Fehlzeitenproblematik ist mit anschaulichen Beispielen aus dem Betriebsalltag illustriert. Zudem wird Hintergrundwissen vermittelt das zum Verständnis der Problematik notwendig ist. Das Buch ist den Personen sehr zu empfehlen, die sich verantwortlich mit der Fehlzeitenproblematik in ihren Unternehmungen befassen müssen, aber auch für Leserinnen und Leser bestens geeignet, die sich mit der Thematik vertraut machen möchten.