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Die Medizinische Poliklinik in Marburg und die Anfänge ihrer Selbständigkeit (Rezension)

Die Medizinische Poliklinik in Marburg und die Anfänge ihrer Selbständigkeit (Lauer, Hans H.)N.G. Elwert Verlag, Marburg, 1994, 44 S., broschiert, 12.00 € - ISBN 3-7708-1029-5Rezension von: Dr. Hubert Kolling Ein Erlass des "Herrn Ministers der geistigen etc. Angelegenheiten"
25. Mai 2013 durch
Die Medizinische Poliklinik in Marburg und die Anfänge ihrer Selbständigkeit (Rezension)
Andreas Lauterbach

Die Medizinische Poliklinik in Marburg und die Anfänge ihrer Selbständigkeit (Lauer, Hans H.)

N.G. Elwert Verlag, Marburg, 1994, 44 S., broschiert, 12.00 € - ISBN 3-7708-1029-5

Rezension von: Dr. Hubert Kolling

Ein Erlass des "Herrn Ministers der geistigen etc. Angelegenheiten" vom 1. Juni 1888 hatte bestimmt, dass an die Stelle des Marburger medizinisch-klinischen Instituts ab August desselben Jahres zwei Institute, die medizinische Klinik unter Direktion des Geheimen Medizinal-Rates Professor Dr. Mannkopff, und die medizinische Poliklinik unter Direktion des außerordentlichen Professors Dr. Rumpf zu treten haben. Dieser Erlass kann somit als die Geburtsstunde der Medizinischen Poliklinik in Marburg angesehen werden, die seit dieser Zeit als eigenständige Institution und unter Leitung bedeutender Ärztepersönlichkeiten Lehre und Ausübung der Heilkunde in der alten Universitätsstadt an der Lahn nachhaltig beeinflussen und fördern sollte.

Ausführliche Antworten auf die naheliegende Frage, was damals zu einer solchen Trennung von der Medizinischen Klinik führte und was denn eigentlich das Besondere dieser Einrichtung war, zumal sie sich bis heute immer als untrennbarer Teil der klinischen Medizin verstand, gibt Hans H. Lauer in seiner Abhandlung über "Die Medizinische Poliklinik in Marburg und die Anfänge ihrer Selbständigkeit" (S. 5-34), die als Festschrift für Professor Dr. Hans Kaffarnik zum 65. Geburtstag erschien. Gestützt auf Archivmaterialien und die Urteile von Zeitgenossen und unmittelbar Beteiligten beschreibt der Autor, Leiter des Fachbereichs Geschichte der Medizin am Klinikum der Philipps-Universität Marburg, kenntnisreich und eingebunden in die allgemeine medizinische Entwicklung in Deutschland den Werdegang der Marburger Poliklinik, wobei er ausführlich die entsprechenden Fachvertreter mit ihren spezifischen Interessen und medizinischen Leistungen vorstellt. Bei dem insgesamt anschaulich vermittelten Bild von den Höhen und Tiefen der Marburger Poliklinik finden auch die jeweiligen Erweiterungs- und Neubauten Erwähnung. Die durch eine Vielzahl zeitgenössischer Abbildungen und Dokumente ergänzte Darstellung endet in zeitlicher Perspektive mit der Eröffnung eines modernen Klinikneubaus im Jahre 1974, der die gewachsenen Bedürfnisse seiner Zeit zu befriedigen schien, der aber bald schon wieder verlassen werden musste. Hinsichtlich ihrer Bedeutung gehen die Ausführungen von Hans. H. Lauer weit über den Marburger Raum hinaus, indem er zugleich ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Polikliniken sind.

Anfang der achtziger Jahre wurde an der Philipps-Universität Marburg im Rahmen der Zentrumsbildung Innere Medizin die Medizinische Poliklinik und die Medizinische Klinik zu einem Zentrum mit sieben Abteilungen zusammengefasst. Die Leitung der Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel übernahm damals bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1994 Professor Dr. Hans Kaffarnik. Eine Würdigung des Jubilars - Lebensweg und wissenschaftliches Werk - anlässlich seines 65. Geburtstages stammt von seinem Mitarbeiter Armin Steinmetz (S. 35-44). Dem Autor, Privatdozent am Zentrum Innere Medizin in Marburg (Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel), ist es hierbei erfreulicherweise gelungen, seiner Leserschaft nicht nur einen Wissenschaftler mit seinen Verdiensten und aktuellen Forschungsschwerpunkten vorzustellen, sondern auch die Privatperson ein stück näher zu bringen. Der Beitrag, der durch einige Abbildungen des neuen Marburger Klinikums Lahnberge illustriert wird, lässt lediglich ein Schriftenverzeichnis vermissen.

An der schmalen Denkschrift, die auch einige Aspekte zur Lokalgeschichte Marburgs enthält, dürften alle ihre Freude haben, die sich für medizingeschichtliche Fragen interessieren. Bedauerlich erscheint lediglich, dass die Entwicklung der Krankenpflege in der vorgestellten Institution gänzlich unerwähnt bleibt.

Gesundheitsökonomie, Qualitätsmanagement und Evidence-based Medicine<br> Ein systematische Einführung (Rezension)
Gesundheitsökonomie, Qualitätsmanagement und Evidence-based Medicine Ein systematische Einführung (Lauterbach, Karl W. und Matthias Schrappe (Hrsg.))Verlag Hans Huber, Bern, 2002, 223 S., 40 Abb., 1 Tab., 29,95 € - ISBN 3-456-83258-3Rezension von: Cornelia Schreiner Das deut