Ein neues Menschenbild |
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Zu Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es im Bereich der Bioforschung zwei groÃe Bereiche, die noch weit gehend unergründet waren: Es war zum einen der genetische Code als Grundlage eigentlicher aller Lebensvorgänge und zum anderen die Funktionsweise des Hirns, dem ja, zumindest was den Menschen anbelangt, eine ähnlich zentrale Bedeutung beigemessen wird.
Die Grundstruktur des genetischen Codes ist entschlüsselt; ebenso ist das Genom einer ganzen Reihe von Lebewesen, selbst das des Menschen, weitestgehend entziffert - das ist freilich nicht gleichbedeutend damit, dass der Mensch mit diesem Wissen bislang allzu viel anfangen könnte. Es ist vermutlich kein Zufall, dass Francis Crick, einer der beiden Wissenschaftler, die die Grundstruktur des genetischen Codes entdeckten, sich am Ende seines Wissenschaftlerlebens der Hirnforschung zuwandte.
Der Autor des vorliegenden Bändchens ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt am Main. In dem Bändchen sind Gespräche/Interviews zusammengestellt, die prominente deutsche Hirnforscher mit verschiedenen Persönlichkeiten und für ganz unterschiedliche Publikationsorgane geführt bzw. gegeben hat.
Wesentliche Fragen, um die die Gespräche kreisen, sind
- Was nehmen wir wirklich wahr?
- Wie entsteht Bewusstsein?
- Gibt es einen wirklich freien Willen oder ist nicht alles determiniert? - eine Frage, die in allerlei Zusammenhängen immer wieder einmal diskutiert wird und an den Grundfesten des menschlichen Selbstverständnisses rührt - Imanuel Kant lässt grüÃen.
- Gibt es Möglichkeiten, zerstörte Nerven wiederherzustellen?
- Lässt sich die Funktionsweise des Hirns in Rechnern nachahmen? - Stichwort: künstliche Intelligenz?