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Klimpel - Das heilkundige Sachsen

Klimpel, Volker Das heilkundige Sachsen Eine Reise durch die sächsische Medizin- und Krankenhausgeschichte Hellerau-Verlag, Dresden 2011, 200 S., 10,90 €, ISBN 978-3-938122-21-1   Eine Rezension von Dr. Hubert Kolling   Für gewöhnlich verbindet man mit Sachsen – abgesehe
16. Mai 2014 durch
Klimpel - Das heilkundige Sachsen
Andreas Lauterbach

Klimpel, Volker

Das heilkundige Sachsen

Eine Reise durch die sächsische Medizin- und Krankenhausgeschichte

Hellerau-Verlag, Dresden 2011, 200 S., 10,90 €, ISBN 978-3-938122-21-1

 

Eine Rezension von Dr. Hubert Kolling

 

Für gewöhnlich verbindet man mit Sachsen – abgesehen vom Dialekt – große Musiker, Literaten und Maler, aber auch den Bergbau, die Lokomotiv- und Automobilherstellung und die älteste Raddampferflotte der Welt. Gleichzeitig fallen einem das Erzgebirge, die Sächsische Schweiz und die Lausitz, die vielen Schlösser, Burgen und Museen, die Leipziger Messe und den Thomanerchor, ebenso wie der Dresdner Zwinger und die Frauenkirche ein. Daneben braucht sich freilich die sächsische Medizingeschichte nicht zu verstecken, wie der Dresdner Medizinhistoriker Volker Klimpel in seinem Buch „Das heilkundige Sachsen“ anschaulich zeigt.

Einleitend stellt der Autor, zu dessen zahlreichen Veröffentlichungen auch jeweils mehrere Beiträge in den von Hubert Kolling herausgegebenen Bänden 4 (2008), 5 (2011) und 6 (2012) des „Biographischen Lexikon zur Pflegegeschichte“ gehören, mit einiger Verwunderung fest, dass die medizinhistorischen Universitätseinrichtungen Sachsens wie das traditionsreiche Karl-Sudhoff-Institut in Leipzig und das wesentlich jüngere Institut in Dresden bisher noch keine umfassende Gesamtdarstellung der Medizingeschichte Sachsens vorgelegt haben, was angesichts der materiellen und personellen Ausstattung dieser Institute im Laufe der Zeit wohl durchaus möglich gewesen wäre. Als bekennender Wahlsachse unternehme er „im vollen Bewusstsein der Unzulänglichkeit und Subjektivität des Einzelnen den Versuch, eine solche Übersicht als ‚Reisebericht‘ zu erstellen“ (S. 6).

Das mit zahlreichen Schwarzweiß- und Farbabbildungen illustrierte Buch kann sich sehen lassen, wird darin doch zum ersten Mal die Medizin- und Krankenhausgeschichte Sachsens von den Anfängen bis zur Gegenwart im Überblick dargestellt. Für seine Beschreibung wählte Volker Klimpel „die Form einer Reise vom Westen des Landes nach Osten bis an die deutsch-polnische und deutsch-tschechische Grenze“, die die wichtigsten Ereignisse, Einrichtungen und Persönlichkeiten berücksichtigt. Dem Besuch der einzelnen Regionen – die Reiseroute kann beliebig verändert und individuellen Bedürfnissen angepasst werden – hat der Autor Ausführungen über die sächsische Medizin im Wandel der Zeit und ihre Spezifika vorangestellt, denen die Beschreibung der medizinhistorischen Entwicklungsschwerpunkte im Vogtland, im westsächsischen Industrierevier und seinen Metropolen, im Erzgebirgskreis, im Leipziger Land mit der Universitäts- und Messestadt und in Nordsachsen, im Meißner Kreis und in Dresden, im Osterzgebirge und der Sächsischen Schweiz sowie in der Lausitz folgt. Den Abschluss der Darstellung bilden medizinische Begriffe, die auf aus Sachsen stammende oder in Sachsen tätig gewesene Ärzte zurückzuführen sind und ihren Einfluss auf die gesamte Medizin belegen.

Insgesamt betrachtet bietet das überaus kurzweilig zu lesende Buch, das neben Quellen- und Literaturhinweisen auch ein Personenregister und Ortsverzeichnis enthält, das Bild einer vielgestaltigen und sich den jeweiligen Zeitepochen anpassenden, diesen gelegentlich vorauseilenden heilkundlichen Landschaft in der Mitte Deutschlands, dessen Betrachtung lohnenswert ist. In Hinblick auf die Geschichte der Krankenpflege stößt „Das heilkundige Sachsen“ freilich an seine Grenze. Eine entsprechende Arbeit, in deren Mittelpunkt die Frauen und Männer stehen, die sich in der Vergangenheit der Pflege verschrieben hatten, muss für Sachsen wie für viele andere Regionen erst noch geschrieben werden.

Das Tagebuch der jüdischen Kriegskrankenschwester Rosa Bendit
Rueß, Susanne und Astrid Stölzle (Hrsg.) Das Tagebuch der jüdischen Kriegskrankenschwester Rosa Bendit, 1914 bis 1917 Franz Steiner Verlag. Stuttgart 2012, (Medizin, Gesellschaft und Geschichte, Beiheft 43) 175 Seiten, 29,00 €, ISBN 978-3-515-10124-0 Eine Rezension von Dr. H