Klinikleitfaden Pflege ()Elsevier (Urban & Fischer) Verlag. München 2012, 7. Aufl., 786 Seiten, 29,99 €, ISBN 978-3-437-26163-3Rezension von: Dr. Hubert Kolling |
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Im Verlagsprogramm der Elsevier GmbH (Urban & Fischer Verlag, München) nehmen die sogenannten "Klinikleitfäden" seit einigen Jahren einen festen Platz ein. Zu den hierzu vorliegenden Titeln, die bereits in mehreren Auflagen erschienen sind, gehört neben dem "Klinikleitfaden OP-Pflege", dem "Klinikleitfaden Anästhesie-Pflege", dem "Klinikleitfaden Kinderkrankenpflege", dem "Klinikleitfaden Psychiatrische Pflege" und dem "Klinikleitfaden Intensivpflege" (vgl. die Rezension von Helmut Ruffner unter: www.pflege-wissenschaft.info/index.php?option=com_hpsrezensionen&id=445) auch der "Klinikleitfaden Pflege". Erstmals 1995 (damals noch im Jungjohann Verlag, Ulm) erschienen, liegt das Buch nach 2008 (zur Rezension der 6. Auflage vgl. die Besprechung von Bettina Bonnenberg unter: www.pflege-wissenschaft.info/index.php?option=com_hpsrezensionen&id=602) nun in der 7. Auflage vor.
Inhaltlich gliedert sich der "Klinikleitfaden Pflege" in die folgenden 23 Kapitel, die ihrerseits - am Anfang von jedem Kapitel aufgelistet - zahlreiche Unterpunkte aufweisen:
- Tipps für die Stationsarbeit (Peter Bergen, Vivian Keim, Dietmar Kirchberg)
- Beobachten, Beurteilen und Intervenieren (Annerose Bürger-Mildenberger, Thomas Fischer, Sylvia Röhm-Kleine, Gisela Stoll)
- Arbeitstechniken und pflegerische Assistenz (Ulrich Kamphausen)
- Lebensphasen (ohne Verfasserangabe)
- Rehabilitative Pflege (ohne Verfasserangabe)
- Palliativpflege (Beate Augustyn)
- Pflege von Menschen mit Herzerkrankungen (Maria-Anna Schoppmeyer)
- Pflege von Menschen mit Gefäßerkrankungen (Maria-Anna Schoppmeyer)
- Pflege von Menschen mit Lungenerkrankungen (Sylvia Röhm-Kleine)
- Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (Maria-Anna Schoppmeyer)
- Pflege von Menschen mit Erkrankungen der Niere und ableitenden Harnwege (Maria-Anna Schoppmeyer)
- Pflege von Menschen mit endokrinologischen und Stoffwechselerkrankungen (Nicole Menche)
- Pflege von Menschen mit onkologischen Erkrankungen (Maria-Anna Schoppmeyer)
- Pflege von Menschen mit hämatologischen Erkrankungen (Maria-Anna Schoppmeyer)
- Pflege von Menschen mit Infektionserkrankungen (Annerose Bürger-Mildenberger)
- Prä- und postoperative Pflege (Ulrich Kamphausen)
- Pflege von Menschen mit traumatologischen und orthopädischen Erkrankungen (Hans-Peter Mattausch)
- Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und gynäkologische Erkrankungen (Christa Junginger, Magda Gräf)
- Pflege von Menschen mit neurologischen Erkrankungen (Robert Mühlbauer, Nikolaus Gerdelmann)
- Pflege von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen (Robert Mühlbauer)
- Pflege von Menschen mit Haut- und Geschlechtskrankheiten (Ulrich Kamphausen)
- Notfälle und Reanimation (Michael Städler, Herbert Renz-Polster)
- Laborwerte (Nicole Menche).
Ergänzt wird die Darstellung durch einen Abbildungsnachweis, ein Abkürzungsverzeichnis, ein Glossar und einen Index.
An dem "Leitfaden" haben mehr als ein Dutzend Personen aus Pflege und Medizin mitgewirkt beziehungsweise Texte beigesteuert. Da es keinen Herausgeber gibt, hat es die "Elsevier GmbH" übernommen, für die Neuauflage ein Vorwort zu schreiben, in dem es zum Inhalt und zur Bedeutung der Veröffentlichung heißt: "Kompakte und prägnante Informationen und Tipps für den Pflegealltag - der Klinikleitfaden Pflege hat sich über viele Jahre hinweg bewährt. Er liefert aktuelles Wissen für die tägliche Arbeit in der Gesundheits- und Krankenpflege. Die übersichtliche Struktur ermöglicht einen schnellen Zugriff auf die gewünschte Information und spart eine zeitraubende Suche in entscheidenden Situationen. Dieser Idee sind wir treu geblieben." Entsprechend den Entwicklungen in der Pflege und im Gesundheitswesen seien alle Inhalte durchgesehen und aktualisiert worden.
Die Pflege entwickelt sich bekanntlich laufend weiter. Von daher ist die Neuauflage des Buches zu begrüßen. Wie ihre Vorgänger bietet sie viele konkrete Tipps und eine schnelle Orientierung zu Arbeitstechniken und pflegerischen Assistenztätigkeiten, organspezifischem Pflegewissen, rechtlichen Grundlagen und zum richtigen Verhalten im Notfall. Die komprimierte und übersichtlich strukturierte Darstellung ermöglicht dabei einen schnellen Zugriff auf die gesuchte Information. Die praktische Nutzung des Leitfadens wird zudem durch die folgenden vier verschiedene "Kästen" erleichtert:
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Tipps, Tricks und Fallen (mit wichtigen Zusatzinformationen)
- Definitionen und weiterführende Exkurse
- Beobachten / Beachten (mit wichtigen Hinweisen für Patientenbeobachtung und Pflege)
- Komplikation / Erstmaßnahmen / Achtung (mit Handlungsanweisungen für spezielle Notfälle).
Wer unterdessen an weitergehenden Informationen interessiert ist, findet am Ende von jedem Kapitel Hinweise auf weiterführende Literatur und Internetadressen.
Unter dem Motto "Dieses Buch kann mehr! Mit Buch und Internet sicher durch den Pflegealltag!" enthält das Buch eine persönliche PIN-Nummer, die dem Käufer - ausschließlich für den eigenen privaten Gebrauch ("Der Zugang darf nicht gemeinsam genutzt, verkauft oder anderweitig weitergegeben werden") - den Zugang zu dem seit Juli 2007 bestehenden (und seither immer wieder aktualisierten und erweiterten) "PflegeHeute-Angebot: Buch+Portal+Service" der Elsevier GmbH ermöglicht. Dieses Portal - die PIN-Nummer muss vor Erscheinen der Neuauflage dieses Buches eingegeben worden sein, sonst verfällt sie - bietet im Internet unter www.pflegeheute.de oder www.elsevier.de den zeitlich begrenzten kostenlosen Online-Zugriff auf den Buchinhalt und die Abbildungen.
Insgesamt betrachtet ist der "Klinikleitfaden Pflege" hilfreich als Nachschlagewerk im Pflegealltag, und zwar nicht nur für Auszubildende und Anfänger in der Pflege. Bleibt nur noch anzumerken, dass das zur Verfügung gestellte Besprechungsexemplar gleich mehrfach mit Stempelaufdrucken ("Kostenloses Rezensions- / Prüfexemplar. Dieses Exemplar darf nicht verkauft werden") verunstaltetet ist. Während ein solches Vorgehen vielleicht bei Veröffentlichungen mit in der Regel nur sehr schwer zu finanzierenden Kleinstauflagen durchaus nachvollziehbar und angemessen erscheinen mag, fehlt dem Rezensenten für diese Unsitte bei Großverlagen, die Bücher mit entsprechend hohen Auflagen und Gewinn vertreiben, das Verständnis.