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Palliativstationen und Hospize in Deutschland<br> Belastungserleben, Bewältigungspotenzial und Religiosität der Pflegenden (Rezension)

Palliativstationen und Hospize in Deutschland Belastungserleben, Bewältigungspotenzial und Religiosität der Pflegenden (Schröder, Harr, Christina Schröder, Frank Förste und Alexander Bänsch)Hospizverlag, Wuppertal, 2003, 69 S., 11,60 € - ISBN: 3 - 9 808 351 - 2 - XRezensi
25. Mai 2013 durch
Palliativstationen und Hospize in Deutschland<br>
Belastungserleben, Bewältigungspotenzial und Religiosität der Pflegenden (Rezension)
Andreas Lauterbach

Palliativstationen und Hospize in Deutschland
Belastungserleben, Bewältigungspotenzial und Religiosität der Pflegenden (Schröder, Harr, Christina Schröder, Frank Förste und Alexander Bänsch)

Hospizverlag, Wuppertal, 2003, 69 S., 11,60 € - ISBN: 3 - 9 808 351 - 2 - X

Rezension von: Paul-Werner Schreiner

Auch in Deutschland gibt es immer mehr Hospize. Es besteht Einigkeit darüber, dass diese Einrichtungen, gleichgültig, ob sie ambulant oder stationär arbeiten, in der Versorgungslandschaft eine eminent wichtige Rolle spielen. Dass Hospize diese Bedeutung erlangen konnten, hängt unsatrittig damit zusammen, dass andere zur Versorgung kranker, alter und sterbender Menschen in der Gesellschaft vorhandene Institutionen offenkundig im Hinblick auf die Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen Defizite aufweisen. Dies wiederum hat ganz viel damit zu tun, dass, zumindest ablesbar an der Ressourcenzuteilung, die Hightechmedizin in der gesellschaftlichen Bewertung einen höheren Stellenwert eingeräumt wird als der menschlichen Betreuung und Begleitung schwerkranker und Sterbender Menschen. Dies impliziert die Frage, wie die Mitarbeiter der Hospizeinrichtungen, die ja Mitglieder der beschriebenen Gesellschaft sind, ihre Tätigkeit in den Hospizeinrichtungen erleben.

Dieser Frage widmete sich eine Studie, die an der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Leipzig, dem Onkologischen Fachkrankenhaus "Marienstift" in Schwarzenberg und der AOK Sachsen durchgeführt wurde. In der Publikation werden die Ergebnisse dieser Studie präsentiert.

In die Untersuchung wurden bundesweit 820 Pflegende in 113 Hospizen und Palliativstationen einbezogen. Bemerkenswert ist, dass die Pflegenden durchschnittlich älter sind als Pflegende in Untersuchungen zur Belastung von Pflegepersonal in Krankenhäusern; entsprechend verfügen die Pflegenden in dieser Untersuchung auch über eine meist längere Berufserfahrung. Die Untersuchung ergab, dass die Pflegenden in Hospizen und Palliativstationen ähnliche Beschwerden angeben wie sie auch in anderen Untersuchungen gefunden wurden; interessant ist, dass direkte körperliche Beschwerden von den Mitarbeitern in Hospizen deutlich weniger angegeben werden als von den Mitarbeitern in Palliativstationen. Ein bemerkenswerter Befund ist, dass bei den Untersuchten, wie sich dies auch in entsprechenden Untersuchungen in Amerika gezeigt hat, deutlich weniger Burnoutphänomene beobachtet wurden als bei anderen Untersuchungen mit Pflegenden in Krankenhäusern. Die Untersuchten gaben an, bei ihrer Arbeit weniger Stressfaktoren ausgesetzt zu sein. Ein weiterer interessanter Befund ist, dass die Religion bei den Bewältigungsstrategien der Pflegenden eine nicht unbedeutende Rolle spielt.

Inwieweit letzteres auch damit zusammenhängt, dass vor allem die Hospize sehr stark in konfessioneller Trägerschaft sind, wurde nicht weiter untersucht. Ebenfalls nicht weiter untersucht wurde die Frage, wie die Pflegenden in Hospizen und Palliativstationen den Umstand erleben, dass sie eine Aufgabe übernehmen, die in der Gesellschaft, in der sie leben eher an den Rand gedrängt bis tabuisiert wird; eine damit zusammenhängende Frage ergibt sich aus der festgestellten Tatsache, dass bei den Untersuchten der Bezug zur Religion eine deutlich größere Rolle spielt als in der Gesellschaft. Es wäre wünschenswert, wenn diese Fragen in Folgeuntersuchungen aufgegriffen würden.

Die vorliegende Untersuchung sollte zur Kenntnis genommen werden; sie sollte auf jeden Fall überall, wo Kompetenzen über Sterbebegleitung und/oder Hospize vermittelt werden präsent sein.

Mensch, Körper, Krankheit<br> Anatomie, Physiologie, Krankheitsbilder. Lehrbuch und Atlas für die Berufe im Gesundheitswesen (Rezension)
Mensch, Körper, Krankheit Anatomie, Physiologie, Krankheitsbilder. Lehrbuch und Atlas für die Berufe im Gesundheitswesen (Huch, Renate und Christian Bauer (Hrsg.))Urban & Fischer Verlag. München, 2003, 4., überarb. und erw. Aufl.., 502 Seiten, 44,95 €. - ISBN 3-437-26790-6R