Das Internet für Pflegende... oder warum sich Schwester Marion nun doch einen Computer gekauft hat (Brühe, Roland/Isfort, Michael/Sowinski, Johannes/Weber , Jürgen:)Verlag Hans Huber ISBN 3-456-83015-7, 207 Seiten, DM 29.80, CHF 26.80, ATS 218.âRezension von: Anja Köster |
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lautet die Neuerscheinung aus dem Hans Huber Verlag. Peter, ein internetkundiger Krankenpfleger führt die LeserInnen und Schwester Marion, die bisher einen weiten Bogen um jede EDV-Anlage gemacht hat und ratlos im Stationszimmer nach einer Lösung für das Pflegeproblem von Frau X sucht, durch das Netz der Netze. In 15 Kapiteln zeigt das Buch exemplarische Surf-Situationen auf, jeweils zugeschnitten auf die verschiedenen Ansprüche der berufspraktischen Tätigkeit. Das Angebot reicht dabei von âAnna sucht einen Studienplatzâ über âSchüler Uli und die Berufsverbändeâ bis hin zu âHerr Stark wird auf die Intensivstation verlegtâ. Zu den jeweiligen Kapiteln werden dann die jeweils relevanten Internet-Verweise sowie der zum Zeitpunkt der Recherche aktuelle Seiteninhalt vorgestellt. Die Kapitel werden darüber hinaus mit Tipps für den Internet-Neuling garniert (âWas ist eine URL?â). âHier wird die Datenautobahn für Pflegende erklärt â nicht für Informatikerâ wirbt der Verlag für gut 200 Seiten starke Buch, als Zielgruppe sind somit Pflegende angesprochen, die ähnlich wie Schwester Marion ihre erste Surf-Sitzung noch vor sich haben. Wer aber eine kompetente und verständliche Einführung in das Internet erwartet, wird von dem Buch enttäuscht sein. Die Anmeldung bei einem Internet-Provider, die Anschaffung der Software und des Computers müssen Sie sich zunächst ohne Hilfe dieses Buches schaffen; aber dies kann und soll ein Pflege-Buch ja auch nicht leisten... Während Peter den Computer aufbaut und Marion die Kartons im Papiermüll entsorgt, erfahren wir, dass RAMs mit 70 ns langsamer sind als solche mit 60 ns. Die tiefere Bedeutung dieser Aussagen dürfte sich allerdings nur dem Profi eröffnen, auch so mancher Computer-Verkäufer dürfte in Anbetracht der Forderung, doch bitte einen Rechner mit 60 ns-RAMS zu verkaufen, ratlos sein. Es sind in der Praxis doch andere Fragen, die sich den Computer-Neulingen stellen. Wer es dann trotz des Buches geschafft hat, ins Netz vorzudringen, wird mit einer groÃen Zahl von kommentierten Internet- Links belohnt. Dass manche Kommentare umfangreicher sind als die Internet-Seiten selbst, darf dabei nicht stören. SchlieÃlich ist das Netz ja eine gigantische Baustelle und so manche Pflege-Site noch im Wachsen begriffen. Dies wird auch spätestens dann deutlich, wenn man den etwas groÃspurigen Aussagen des Internet-Pflegers Peter (âDas finde ich im Internet!â) glauben schenkt und die Surferlebnisse des ungleichen Pflege-Paars nachvollzieht: Bei weitem nicht alle Fragen beantworten die angesprochenen Homepages. Mit Hilfe des Buches weitere Seiten im Netz zu finden, wird dann richtig schwierig: Gerade einmal 3 deutsche Suchmaschinen sind in den gesamten Text eingestreut. Schade auch, dass einige sprachliche und inhaltliche Ausrutscher das Lesevergnügen trüben. Wer beispielsweise versucht, den T-Online News-Server als umfangreiche Nachrichtenquelle zu nutzen, wie es die Autoren vorschlagen, wird â sofern nicht im Besitz eines passenden T-Online Accounts â auf einen leeren Bildschirm blicken. Was bleibt, ist ein Buch, das Internet-Erfahrene nicht brauchen werden, für AnfängerInnen eine Starthilfe sein kann, aber einen leicht schalen Nachgeschmack hinterlässt, nicht nur, wenn Schwester Marion nach langer Suche den vermeintlichen Computerdefekt als vergessenes Stromkabel identifiziert.