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Entscheidungsfindung zur PEG-Sonde bei alten Menschen

Bartholomeyczik, Sabine und Claudia Dinand (Hrsg.) Entscheidungsfindung zur PEG-Sonde bei alten Menschen Problemlagen und Entscheidungshilfen Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2012, 271 S. 24,90 €, ISBN 9783863210106 In dem vorliegenden Buch werden die Ergebnisse eines Forschungsprojekte
October 21, 2015 by
Entscheidungsfindung zur PEG-Sonde bei alten Menschen
Andreas Lauterbach

PEG Sonde

Bartholomeyczik, Sabine und Claudia Dinand (Hrsg.)

Entscheidungsfindung zur PEG-Sonde bei alten Menschen

Problemlagen und Entscheidungshilfen

Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2012, 271 S. 24,90 €, ISBN 9783863210106

In dem vorliegenden Buch werden die Ergebnisse eines Forschungsprojektes präsentiert, das vom AOK-Bundesverband gefördert wurde. Ziel dieses Forschungsprojektes war es, den Entscheidungsprozess vor Anlage einer PEG-Sonde darzustellen, um Anhaltspunkte zur Qualität dieses Prozesses zu gewinnen und die Relevanz für die Entwicklung einer Entscheidungshilfe zur Optimierung des Prozesses zu ermitteln.

Im ersten Abschnitt werden kurz die Indikationsstellung und die Prozedur des Anlegens der PEG-Sonde kurz skizziert sowie die damit verbundenen rechtlichen und ethischen Aspekte aufgezeigt.

Im weiteren werden die Ergebnisse der Untersuchung darüber, wie es zur Entscheidung zur Anlage einer PEG-Sonde kommt, anhand von Dokumentationsanalysen und Experteninterviews in folgenden Bereichen vorgestellt und diskutiert:

  • im Krankenhaus
  • in Altenpflegeheimen anhand von Bewohnerdokumentationen
  • in stationären Einrichtungen der Altenhilfe aus der Perspektive von Pflegenden und niedergelassenen Ärzten.

Die meisten Entscheidungen zur Anlage einer PEG-Sonde werden im Krankenhaus gefällt. Sowohl im Krankenhaus als auch in den stationären Einrichtungen, wenn dort die Entscheidung zur Anlage einer PEG-Sonde fällt, sind die Schritte der Entscheidungsfindung nicht transparent. In die Entscheidungsfindung sind die Betroffenen aus verschiedenen Gründen meist nicht involviert. Entschieden wird von Ärzten, Betreuern/Bevollmächtigten und Betreuungsgerichten; die Pflegenden sind in die Entscheidung selten involviert.

Auf der Basis der Untersuchungsergebnisse werden Empfehlungen formuliert, wie die Entscheidung zur Anlage einer PEG-Sonde gestaltet werden sollte. Diese fanden Eingang in eine vom AOK-Bundesverband herausgegebenen Broschüre, die sich an Angehörige wendet und diesen transparent machen soll, um was es bei der anstehenden Entscheidung geht; die Broschüre soll damit auch zur Entlastung beitragen.

Auch wenn die Ergebnisse der Untersuchung nicht wirklich überraschend sind, ist es für die Verantwortlichen in den Einrichtungen, in denen die Entscheidung zur PEG-Sonde gefällt wird, lohnend, das Buch zu lesen. Sie sollten vor allem um die Broschüre wissen, damit sie diese den Angehörigen aushändigen können.

Die Untersuchenden weisen zwar in der Diskussion der Ergebnisse immer wieder darauf hin, dass die Indikationsstellung zur Anlage einer PEG-Sonde unstrittig ist, wenn diese vor dem Hintergrund einer mechanischen Schluckstörung oder zur vorübergehenden Überbrückung einer Krisensituation erfolgt. In der Sache korrekt wird die Indikationsstellung bei Menschen mit Demenz, die meist multimorbide und häufig nicht einwilligungsfähig sind, kritisch gesehen. Leider wird diese Diskussion nicht in der notwendigen Weise vertieft. Die Frage, ob es eine realistische Vorstellung ist, dass ein alter Mensch wohlgenährt und nicht exsikkiert stirbt, wird nicht gestellt. Damit braucht auch nicht darüber nachgedacht zu werden, welcher Druck in der ambulanten und stationären Versorgung von Menschen an ihrem Lebensende entsteht, wenn sich die Betreuenden mit einer solchen gesellschaftlichen Erwartungshaltung konfrontiert sehen (der dann ja auch via MDK und Heimaufsicht mit Nachdruck Geltung verschafft wird). Hier bleibt die an sich gute Untersuchung auf halber Strecke stecken.

Eine Rezension von Paul-Werner Schreiner

Lebenswelt Pflegeheim
Beate Radzey Lebenswelt Pflegeheim Eine nutzerorientierte Bewertung von Pflegeheimbauten für Menschen mit Demenz. Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2014, 388 S., 39,90 €,  ISBN 978-3-86321-211-7 Beate Radzey, Haushaltsökonomin und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Demenz Support St