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Häusliche Pflege heute (Rezension)

Häusliche Pflege heute (Baumgard, Luitgard, Reinhard Kirstein und Rainer Möllmann (Hrsg.))Urban und Fischer Verlag. München, Jena 2003, 1429 Seiten, gebunden, 69,95 Euro. ISBN 3-437-26600-4Rezension von: Dr. Hubert. Kolling Spätestens mit der Einführung der Pflegeversicherung
May 25, 2013 by
Häusliche Pflege heute (Rezension)
Andreas Lauterbach

Häusliche Pflege heute (Baumgard, Luitgard, Reinhard Kirstein und Rainer Möllmann (Hrsg.))

Urban und Fischer Verlag. München, Jena 2003, 1429 Seiten, gebunden, 69,95 Euro. ISBN 3-437-26600-4

Rezension von: Dr. Hubert. Kolling

Spätestens mit der Einführung der Pflegeversicherung 1995 wurde der ambulante Bereich in der Pflege gestärkt. Seit dieser Zeit hat die häusliche Pflege stark an Bedeutung zugenommen. Bereits heute werden mehr als 400.000 pflegebedürftige Menschen zu Hause betreut, ihre Zahl wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Gleichzeitig waren die Anforderungen und der Qualitätsdruck in der häuslichen Pflege noch nie so hoch wie heute: Medizinischer Dienst der Krankenkassen, Qualitätssicherungsgesetze und frühere Entlassung aus den Krankenhäusern - das alles verlangt auch in Zukunft nach bestens qualifizierten Pflegenden in diesem Bereich. Im Gegensatz zur akutmedizinisch orientierten Versorgung im Krankenhaus ist die häusliche Pflege geprägt von der oft langjährigen Begleitung, Betreuung und Versorgung eines pflegebedürftigen und / oder chronisch kranken Menschen. Beobachten lassen sich auch unterschiedliche Rahmenbedingungen zwischen der stationären und häuslichen Pflege. Während sich das Pflegepersonal in der Klinik bei Problemen ohne größeren Aufwand mit der Bitte um Hilfe an Kolleginnen oder Kollegen wenden oder schnell einmal nach ärztlichem Rat fragen kann, sind die Pflegenden in der häuslichen Pflege in viel stärkerem Maße auf sich gestellt. Zweifelsohne besteht hier ein akuter Bedarf an einem benutzerfreundlichen Referenzwerk, das wissenschaftlich fundiert über alle Aspekte der häuslichen Pflege Auskunft gibt. Hier setzt das von Luitgard Baumgard, Reinhard Kirstein und Rainer Möllmann herausgegebene Werk "Häusliche Pflege heute" an, das wie der Bestseller "Pflege heute" im Urban & Fischer Verlag erscheint. Laut Vorwort ist es dabei das Anliegen der Herausgeber, "einen umfassenden Überblick über das in der häuslichen Pflege bedeutsame Wissen anzubieten".

In dem in doppelten Sinne schwergewichtigen Band (3,2 Kilogramm) wird von über 30 Autorinnen und Autoren auf über 1.400 Seiten alles Wissenswerte für die Pflege zu Hause zusammengestellt, von A wie Abrechnung über M wie Multiple Sklerose bis Z wie Zahnpflege. Untergliedert in 35 Kapitel werden nicht nur alle primären Fragen rund um die häusliche Pflege beantwortet, sondern auch Hintergründe sowie Erläuterungen zu speziellen Pflegekonzepten im Einsatz zu Hause und in besonderen Lebenslagen geliefert. Da es eine Besonderheit der häuslichen Pflege ist, dass Pflegefachkräfte als erste und oftmals wichtigste Bezugsperson von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mit Fragen zu Pflege, Erkrankung und Therapie oder Diagnostik konfrontiert werden, nimmt die Veröffentlichung auf die Beratungskompetenz der Pflegenden besondere Rücksicht.
- Im Vergleich zu anderen Büchern enthält "Häusliche Pflege heute" kein ausführliches Gesamtinhaltsverzeichnis. Statt dessen findet sich am Anfang von jedem Kapitel eine Übersichtsseite mit einer ausführlichen Kapitel-Gliederung. Weiter gibt es ein sehr ausführliches Register mit über 15.000 Einträgen, über das sich am schnellsten eine bestimmte Information finden lässt. Zur Orientierung nutzt der Band bei den Überschriften ein durchgängiges Farbleitsystem, durch den sich der jeweilige Informationsschwerpunkt des nachfolgenden Textes auf einen Blick erkennen lässt. Zur Verwendung kommen dabei die folgenden sieben Leitfarben: Grün: für den Informationsschwerpunkt Pflege:

  • Blau: für den Informationsschwerpunkt Krankheitslehre
  • Grau: für den Informationsschwerpunkt Arzneimittelbehandlung
  • Lila: für den Informationsschwerpunkt Anatomie und Physiologie
  • Gelb: für "Textkästen" mit kurzen Definitionen im "Telegrammstil"
  • Rosa: mit Warnhinweisen und Hinweise auf häufige, vermeidbare Fehler in der Pflege
  • Rot: für "Notfall-Kästen" mit den Erstmaßnahmen bei allen häufigen Notfällen.

Ergänzt wird das durch über 2.000 farbige Abbildungen illustrierte Nachschlagewerk durch einen Anhang, der über 100 verschiedene Hilfsmittel (Pflegebetten und Lagerungshilfen, Inkontinenz- und Stomaversorgung, Sauerstofftherapie, Ess- und Trinkhilfen, Alltagshilfen, Fahrhilfen, Bad- und Toilettenhilfen sowie Gehhilfen) vorstellt und in tabellarischer Form einen Überblick über die wichtigsten Laborwerte gibt. Die ebenfalls im Anhang für die einzelnen Kapitel aufgeführten Literaturangaben fallen vom Umfang her sehr unterschiedlich aus. Während bei einigen Themen (z. B. Kapitel 7, 13, 14, 15, 26, 27, 28 und 29) lediglich ein Hinweis gegeben wird, sind es bei anderen (z. B. Kapitel 1, 12 und 16) weit über 50 Angaben.

Insgesamt zeichnet sich das Buch durch eine gute Verständlichkeit der dargebotenen Inhalte aus, sodass es letztlich auch engagierten "Laien", die nach wie vor als pflegende Angehörige die Hauptlast in der Versorgung von Pflegebedürftigen tragen, hilfreich ist. Grundsätzlich ist aber auch für professionell Pflegende in einer Zeit der zunehmenden Spezialisierung mit sich sehr schnell entwickelnden und damit veränderten Verfahren und Methoden ein umfassendes Lehr- und Nachschlagewerk wie das vorliegende ein brauchbares und sehr hilfreiches Arbeitsinstrument, und zwar sowohl im Hinblick auf eine anspruchsvolle, qualitativ-hochwertige Pflege als auch im Hinblick auf eine den Bedürfnissen der Betroffenen angemessene Beratungskompetenz

Leitfaden Palliativmedizin (Rezension)
Leitfaden Palliativmedizin (Bausewein, Claudia; Roller, Susanne und Raymond Voltz (Hrsg.))Urban & Fischer, München, 2000, 740 S., 43 Abb., 39,95 € - 3-437-51190-4Rezension von: Paul-Werner Schreiner In der mitunter verbittert geführten Diskussion über das rechte Handeln der