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Homöopathie Indikationen von A-Z (Rezension)

Homöopathie Indikationen von A-Z (Haverland, Daniela)Deutscher Apotheker Verlag. Stuttgart 2010, 616 S., Kunststoffbox, 49,00 €, Rezension von: Dr. Hubert Kolling Die Homöopathie, eine alternativemedizinische Behandlungsmethode, die auf den ab 1796 veröffentlichten Vorstellungen
May 25, 2013 by
Homöopathie Indikationen von A-Z (Rezension)
Andreas Lauterbach

Homöopathie Indikationen von A-Z (Haverland, Daniela)

Deutscher Apotheker Verlag. Stuttgart 2010, 616 S., Kunststoffbox, 49,00 €,

Rezension von: Dr. Hubert Kolling

Die Homöopathie, eine alternativemedizinische Behandlungsmethode, die auf den ab 1796 veröffentlichten Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann (1755-1843) beruht, findet seit vielen Jahren auch in Deutschland immer mehr Anhänger, wenngleich sich die so genannte Schulmedizin mitunter schwer tut, sie anzuerkennen. So wurde sie beispielsweise vom Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universität Marburg 1992 im Rahmen der "Marburger Erklärung zur Homöopathie" als Irrlehre verworfen. Dennoch hat laut einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (Bonn) aus dem Jahre 2009 jeder zweite Deutsche bereits Homöopathika gegen diverse Indikationen eingenommen und jeder Vierte ist überzeugter Anwender, wobei mehr als 80 Prozent der Befragten die entsprechenden Medikamente für Naturheilmittel oder Heilkräuterprodukte halten; nur 17 Prozent der Befragten definierten Homöopathie über das Verdünnungs- oder Ähnlichkeitsprinzip.

Eine der wohl größten Schwierigkeiten der Homöopathie liegt unterdessen darin, das zur Behandlung geeignete Arzneimittel zu finden. Unter der Überschrift "Homöopathische Indikationen von A-Z" bietet hier Daniela Haverland durch 330 Karteikarten Hilfe an. Nach einer Ausbildung zur PTA (Pharmazeutisch Technischen Assistentin) und erste Berufserfahrung in einer homöopathischen Apotheke studierte die Autorin Pharmazie an der Universität Würzburg und arbeitete nach ihrer Approbation (1995) in einer öffentlichen Apotheke. Im Anschluss an eine homöopathische Ausbildung bei der Österreichischen Gesellschaft für homöopathische Medizin (ÖGHM) in Baden bei Wien (1997-1998) absolvierte sie eine Ausbildung zur Heilpraktikerin sowie eine Weiterbildung zur Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie (1999) sowie Naturheilkunde und Homöopathie (2009). Daniela Haverland, die seit 2004 als Referentin für Homöopathie und Biochemie bei der DHU (Deutschen Homöopathischen Union) und für die Apothekenkammern Hamburg und Schleswig-Holstein tätig ist, hat bereits eine Reihe von Büchern zur Homöopathie veröffentlicht, darunter "Homöopathie für Schwangere, Stillende und Kinder" (2007) und "Homöopathie für Frauen" (2008).

"Solange die Grunderkrankung ärztlich abgeklärt ist und sich der Patient in Behandlung befindet", schreibt die Autorin einleitend, "spricht nichts dagegen, eine nebenwirkungsarme Alternative oder eine zusätzliche homöopathische Arznei zur Schulmedizin zu empfehlen, immer verbunden mit den wichtigsten Erläuterungen" (S. VIII).

Unter dem Motto "Homöopathie leicht gemacht!" enthält der vorliegende Karteikasten - alphabetisch nach Indikationen von A-Z geordnet - Empfehlungen für 70 der häufigsten akuten Erkrankungen in der Selbstmedikation mit homöopathischen Arzneien. Die Indikationen beginnen jeweils mit einer speziellen "Fragekarte", mit deren Hilfe - auf der Basis der Leitsymptome und Modalitäten der homöopathischen Mittel - die für die genauen Beschwerden des Patienten geeignetesten Arzneien erfragt werden können. Die allgemeine Anamnese in der Beratung mithilfe der "Fragekarten" sieht dabei folgendermaßen aus

  • 1. Gibt es eine Ursache für die Erkrankung?
    Seit wann besteht die Erkrankung und kann der Patient einen Zusammenhang mit irgendwelchen Umständen feststellen?
  • 2. Wie beschreibt der Patient seine körperlichen Symptome?
    Was kann er zum Ort der Beschwerden, zur Art des Schmerzes, zu allen Krankheitssymptomen erzählen?
  • 3. Was verbessert bzw. verschlechtert seine Symptome?
    Was macht der Patient, damit es ihm besser geht?
    Was meidet er, weil er genau merkt, es bekommt ihm nicht?
  • 4. Gibt es eine seelische Veränderung seit Bestehen der Krankheit?
    Kann der Patient seine emotionalen Empfindungen schildern?
    Wie geht es ihm, wie fühlt er sich?
  • Die in Frage kommenden Mittel werden dann auf den nachfolgenden, alphabetisch sortierten "Arzneikarten" jeweils genau charakterisiert. Sofern mehrere Arzneien in der engeren Wahl stehen, dienen die einzelnen Arzneikarten dazu, um gezielte Fragen zu den charakteristischen Leitsymptomen und Modalitäten der einzelnen Arzneien zu stellen und so das geeigneteste Mittel abzugrenzen. Zugleich werden jeweils Dosierung und Anwendung der Arzneien erläutert und weiterführende Praxistipps gegeben.

    Die Karteikarten beschränken sich zum großen Teil auf akute Erkrankungen und Beschwerden, bei denen eine Arzneiauswahl vergleichsweise leicht möglich ist. Es werden darüber hinaus aber auch wenig akute Indikationen besprochen, die häufig für Probleme sorgen, wie beispielsweise Tinnitus, Reizmagen oder rheumatische Beschwerden.

    Die von Daniela Haverland vorgelegten Karteikarten "Homöopathie Indikationen von A-Z" sind einfach zu nutzen und damit für die Beratung hilfreich; zugleich sind sie aber auch zum Lernen bestens geeignet. Insofern sind sie insbesondere bei "Einsteigern in der Homöopathie" in guten Händen. Wer freilich tiefer in die Materie einsteigen möchte, sei es nun als Apotheker, Arzt, Heilpraktiker oder interessierter Laie, wird freilich nicht umhinkommen, auf eines der homöopathischen Standardwerke zur Materia Medica mit Repertorium zurückzugreifen.

    Leitfaden Palliative Care (Rezension)
    Leitfaden Palliative Care (Bausewein, Claudia et al. (Hrsg.))Elsevier (Urban Fischer), München, 2010, 4. Aufl., 704 S., 46,95 €, Rezension von: Paul-Werner Schreiner Die Herausgeber/innen des inzwischen in vierter Auflage vorliegenden Leitfaden Palliative Care sind ausgewiesene E