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Klug et al. - Was braucht eine moderne Gerontopsychiatrie?

Günter Klug et al. (Hrsg.) Was braucht eine moderne Gerontopsychiatrie? Rahmenbedingungen für mobile sozialpsychiatrische Hilfe im Alter. Beiträge zur Internationalen Gerontopsychiatrischen Tagung anlässlich von zehn Jahren SOPHA – Sozialpsychiatrische Hilfe im Alter Mabuse, Fran
September 20, 2015 by
Klug et al. - Was braucht eine moderne Gerontopsychiatrie?
Andreas Lauterbach

Klug

Günter Klug et al. (Hrsg.)

Was braucht eine moderne Gerontopsychiatrie?

Rahmenbedingungen für mobile sozialpsychiatrische Hilfe im Alter. Beiträge zur Internationalen Gerontopsychiatrischen Tagung anlässlich von zehn Jahren SOPHA – Sozialpsychiatrische Hilfe im Alter

Mabuse, Frankfurt, 2013, 180 S., 19,90 €, ISBN 9783863210199

Eine epidemiologische Einführung, die ausführliche Auflistung von Untersuchungen zu Demenz und Depression sowie der Hinweis auf das geringe Vorliegen von Studien zu anderen Krankheitsbildern, eröffnen den Tagungsband.

Es folgt ein Plädoyer für eine moderne Gerontopsychiatrie, die sich an den Betroffenen orientiert und vielfältig und kreativ individuelle Angebote für den einzelnen Betroffenen anbieten kann. Die Entscheidung, welche Behandlung für einen Menschen infrage kommt, sollte auf Basis seiner Wünsche, der Vorstellungen von Angehörigen, dem Assessment sowie den möglichen Angeboten getroffen werden.

Moderne Ansätze, der Fokussierung der Ressourcen der alten Menschen und Förderung ihrer Kompetenzen als auch die besondere Situation von Migranten werden ausführlich beleuchtet. Verschiedenste, vor allem auch psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten werden aufgezeigt.

Ein Kapitel widmet sich der Beschreibung von SOPHA. Anhand mehrerer umfassender Fallbeispiele der mobilen sozialpsychiatrischen Betreuung wird aufgezeigt, was SOPHA macht und wie aufsuchend gearbeitet wird. Die Finanzierung wurde über die Stadt Graz und das Bundesland Steiermark sichergestellt.

In einem weiterem Kapitel gibt es eine Kurzvorstellung der Studie von Elisabeth Höweler zum herausfordernden Verhalten bei Personen mit demenziellen Veränderungen in der stationären Pflege -Erleben und Strategien Pflegender -Situation Angehöriger, erschienen im Kohlhammer Verlag Stuttgart. Des Weiteren wird ein gerontopsychiatrisches Versorgungskonzept aus Gütersloh vorgestellt, als Beispiel für ein Modellprojekt, in dem es für einige Probleme der Versorgung gelungen ist, ineinandergreifende Strukturen zu entwickeln. Nachdem alle Keyplayer zur Problematik intensiv vernetzt wurden, konnten in Zusammenarbeit versorgungsübergreifende Angebote entwickelt und etabliert werden, die den Bedürfnissen der Betroffenen, wie möglichst langer Erhalt der Autonomie sowie die Anerkennung und Entlastung pflegender Angehöriger, gerecht werden.

Ein kritischer Blick auf die Rechtsentwicklung in Österreich beschreibt das Gesetz, Wünsche und Wirklichkeit in der Altenbetreuung mit Fokus auf die Heimübersiedlung in der Praxis.

Ein während der SOPHA - Tagung 2010 in Graz geführter Diskurs zum Thema "Wer hat die Mauern gebaut?" zeigt verschiedene Aspekte aus klinikinterner und klinikexterner Sicht auf. Anschliessend zeigt eine Psychiaterin die Veränderung ihrer Sichtweise auf das Thema nach zehn Jahren ambulanter gerontopsychiatrischer Tätigkeit auf.

Der Ausblick thematisiert, wie die oftmals erfolgreichen Modellprojekte mittels Regelfinanzierung weiter geführt werden können, damit Ausbaugrad und Qualität nach Projektabschluss erhalten bleiben. Der Nachweis des inhaltlich qualitativen Erfolges sowie der nachhaltigen Kosteneffizienz der vernetzen Versorgung im Rahmen wissenschaftlicher Begleitforschung kann als Argumentation für weitere Projekte überzeugen. Vielfältige Hinweise auf Modellprojekte sowie die Studienlage finden sich im jeweiligen Kapitelabschluss.

Das Buch gibt einen guten Überblick über das, was Gerontopsychiatrie ist, ihre Rahmenbedingungen und was sie sein könnte. Eine gute Lektüre für Fachpersonen und politische Entscheidungsträger, zur Generierung von Ideen auch für das eigene Umfeld.

Eine Rezension von Andrea Dobrin Schippers

POP - Praxisorientierte Pflegediagnostik
Harald Stefan et al. POP - Praxisorientierte Pflegediagnostik Pflegediagnosen - Ziele - Maßnahmen Springer, Wien, 2013, 2. Aufl., 852 Seiten, mit CD-ROM, ISBN 978-3-7091-1283-0 Entstehungshintergrund Diese Publikation beinhaltet die Pflegeklassifikation Praxisorientierte Pflegedi