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Leitfaden Palliativmedizin (Rezension)

Leitfaden Palliativmedizin (Bausewein, Claudia; Roller, Susanne und Raymond Voltz (Hrsg.))Urban & Fischer, München, 2000, 740 S., 43 Abb., 39,95 € - 3-437-51190-4Rezension von: Paul-Werner Schreiner In der mitunter verbittert geführten Diskussion über das rechte Handeln der
May 25, 2013 by
Leitfaden Palliativmedizin (Rezension)
Andreas Lauterbach

Leitfaden Palliativmedizin (Bausewein, Claudia; Roller, Susanne und Raymond Voltz (Hrsg.))

Urban & Fischer, München, 2000, 740 S., 43 Abb., 39,95 € - 3-437-51190-4

Rezension von: Paul-Werner Schreiner

In der mitunter verbittert geführten Diskussion über das rechte Handeln der Angehörigen der helfenden Berufe am Lebensende angesichts der immer weiter fortschreitenden Möglichkeiten der Medizin, dieses hinauszuschieben, gewinnt neben der Hospizarbeit die Palliativmedizin zunehmend an Bedeutung. Von den Gegnern der Zulassung jeder Form eines selbstbestimmten Sterbens bzw. einer Entscheidungsfindung über den Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen am Lebensende wird nicht selten auf das Hospiz/die Palliativmedizin als Alternative verwiesen.

Nun ist unstrittig, dass in Hospizeinrichtungen und Palliativstationen - bei allen Unterschieden - nicht nur eine hervorragende Arbeit geleistet wird; die in diesem Bereich engagierten Ärzte und Pflegende haben mittlerweile auch eine Fülle an überprüftem Wissen dazu zusammengetragen, welche therapeutischen/pflegerischen Maßnahmen bei Menschen im Terminalstadium, wenn vorgeblich nichts mehr gemacht werden kann, "austherapiert" ist, zum Einsatz kommen können und sollen.

Auch wenn von den Gegnern jeder Entscheidung über das Handeln am Lebensende nicht zu Unrecht auf Hospiz und Palliativmedizin verwiesen wird, darf doch nicht übersehen werden, dass zum einen fortwährend, auch in der Hospizarbeit und Palliativmedizin Entscheidungen getroffen werden. Zum anderen ist der Hinweis auf Hospiz und Palliativmedizin angesichts des Verbreitungsgrades dieser Einrichtungen und des in diesem Bereich entwickelten Wissens für die Arbeit mit alten, schwerkranken und sterbenden Menschen nur von außerordentlich begrenztem Wert. Zumindest der nicht großen Verbreitung der im Bereich der Palliativmedizin entwickelten Handlungsprinzipien entgegenzuwirken, ist allerdings der vorliegende Leitfaden Palliativmedizin geeignet.

In einem einleitenden Kapitel - "Tips für die tägliche Arbeit" - sind grundlegende Informationen über die Arbeit in einer Palliativstation zusammengestellt, und es werden allgemeine Prinzipien skizziert, z.B. zu Problemen wie Ernährung und Flüssigkeitszufuhr; beachtenswert ist vor allem der Abschnitt über die Diagnostik in der Palliativmedizin, wonach gilt, dass eine Diagnostik nur durchzuführen ist, wenn eine therapeutische Konsequenz daraus resultiert - zweifelsfrei ein Kontrast zur Realität in vielen stationären Einrichtungen.

Das zweite und umfangreichste Kapitel ist dem Thema "Kommunikation" gewidmet, die sicher zu den wichtigsten "Arbeitsmitteln" in der Palliativmedizin zu zählen ist. Arbeitstechniken wie Sonden, Katheter, Punktionen usw. werden im dritten Kapitel beschrieben. Weitere Themen sind die onkologische und rehabilitative Palliativmedizin, terminale Krankheitsverläufe und Akutsituationen; der Kontrolle der verschiedenen Symptome, die dem schwerkranken Menschen das Leben schwer bis unerträglich machen, wird schließlich großer Raum eingeräumt. Jeweils ein Kapitel ist der Terminalphase und dem Thema "Tod" - hier wird eigens auf das unterschiedliche Verständis von Sterben und Tod in den verschiedenen Kulturen eingegangen - sowie dem Sterben im Kindesalter gewidmet. Ausführungen zu den relevanten rechtlichen Grundlagen und eine Beschreibung der im Bereich der Palliativmedizin wichtigen Medikamente schließen sich an. Wichtige Adressen und ein Literaturverzeichnis (dies allerdings höchst dürftig) bilden den Abschluss.

Wie die Herausgeber einleitend betonen, handelt es sich bei dem Buch um einen Klinikleitfaden, der in keiner Weise ein Lehrbuch ersetzt. Für die Kitteltasche ist das Büchlein mit seinen über 700 Seiten zu dick. Es sollte aber überall vorhanden sein, wo Menschen am Lebensende bzw. Menschen mit Krankheiten betreut werden, bei denen keine realistische Hoffnung auf Heilung mehr besteht oder bei denen akzeptiert ist, daß sie sterben dürfen. Auch und gerade diese Menschen bedürfen noch intensive Betreuung und Hilfestellung.

Von Hanf ist die Rede<br> Kultur und Politik einer Pflanze (Rezension)
Von Hanf ist die Rede Kultur und Politik einer Pflanze (Behr, Hans-Georg)Verlag Zweitausendeins, Frankfurt am Main, 1995, 528 S., 10,20 € - ISBN 3-86150-093-0Rezension von: Dr. Hubert Kolling Hanf, Cannabis, Marihuana - was für den einen der neueste Schrei auf dem Öko-Markt, is