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Medizin und Gewissen<br> wenn Würde ein Wert wäre ... (Rezension)

Medizin und Gewissen wenn Würde ein Wert wäre ... (Kolb, Stephan et al. - Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (Hrsg.))Mabuse Verlag, Frankfurt, 2002, 4712 S., 39,00 € - ISBN -933050-85-5Rezension von: Paul-Werner Sc
May 25, 2013 by
Medizin und Gewissen<br>
wenn Würde ein Wert wäre ... (Rezension)
Andreas Lauterbach

Medizin und Gewissen
wenn Würde ein Wert wäre ... (Kolb, Stephan et al. - Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (Hrsg.))

Mabuse Verlag, Frankfurt, 2002, 4712 S., 39,00 € - ISBN -933050-85-5

Rezension von: Paul-Werner Schreiner

Fünf Jahre nach dem großen Kongress "Medizin und Gewissen", den die "Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V." (IPPNW) zum Gedenken an 50 Jahre Nürnberger Prozesse ausgerichtet hatte, fand vom 24. bis 27. Juni 2001 in Erlangen wieder unter dem Leitthema "Medizin und Gewissen" ein Kongress statt, der auch ebenfalls vom IPPNW initiiert und ausgerichtet wurde. Stand der Kongress 1996 ganz im Zeichen der Erinnerung an die Prozesse gegen die Verantwortlichen der Nazi-Verbrechen an Kranken, Behinderten und Alten, so war im Frühsommer 2001 eine ganze Reihe von Themen heftig umstritten, vor allem spitzte sich der Streit um die Begrenzung der durch die Forschungsergebnisse in der Biomedizin eröffneten Handlungsmöglichkeiten zu. Horst Eberhard Richter, der Kongresspräsident, formuliert in seiner kurzen Einführung: "Die Erinnerung muss auch diesmal präsent sein, wenn wir nämlich abwägen wollen, was von den dramatischen neuen Machbarkeiten in der Biomedizin gemacht werden soll, werden darf oder besser nicht gemacht werden sollte."

So rankten sich die Beiträge des Kongresses, die in dem vorliegenden, schön gestalteten Band dokumentiert sind, um vier große Themen:

  • Menschenrechte - Hier ging es noch einmal um den Nürnberger Ärzteprozess und was daraus für die Gegenwart resultiert; der Medizinhistoriker Richard Toellner fragte danach, ob im Bereich der Medizin Wissen Gewissen ersetzen könne. Ferner wurden das Selbstbestimmungsrecht der Patienten thematisiert sowie "Würde-Freiheit-Sorge" einerseits und "Jung sein - alt sein - Mensch sein" andererseits; es wurden in diesem Kontext sowohl die Sterbehilfe-Debatte als auch die Themen "Flucht" und "Folter" aufgegriffen.
  • Gesundheitspolitik - Neben den engeren Themen der Gesundheitspolitik wie Einführung der DRGs oder Budgetierung wurden nach der Zukunft der Pflege gefragt und Möglichkeiten der Implementierung von Ethik in den Einrichtungen des Gesundheitsversorgungssystems erörtert.
  • Technologiefolgen - In den Beiträgen dieses Themenbereiches wurden Fragen der ärztlich assistierten Fortpflanzung und der neuen vorgeburtlichen Diagnosemöglichkeiten diskutiert sowie die sich auf der Grundlage von Stammzellen eröffnenden therapeutischen Möglichkeiten aufgezeigt.
  • Atomausstieg - Frieden - soziale Verantwortung.
Der Kongress stand unter dem Leitthema "Medizin und Gewissen". "Medizin" steht hier als Metapher für die Versorgung kranker, behinderter und allgemein hilfebedürftiger Menschen, die ein multiprofessionelles Geschehen ist. Unter den Referenten waren auch einige Angehörige der Pflegeberufe.

Das Gewissen ist eine weithin schillernde Größe, die nicht so recht fassbar ist. Horst-Eberhard Richter, der Kongresspräsident, sagte in seiner Einleitung mit Blick auf einen der aktuellen Brennpunkte zur Funktion des Gewissens: "Entschlossen voran! heißt die Parole. Weg von typisch deutscher Grübelei und hysterischer Bänglichkeit. Nur Rangeleien beweisen Potenz. Man sagt: "Nichts gegen die Gutmenschen-Moral des Bundespräsidenten, aber die Zukunft gehöre allein den Spitzenreitern auf der Überholspur. So wird planmäßig so etwas wie gentechnischer Kampfgeist eingeübt. Indessen, gerade in diesem Moment auch Zweifel auszuhalten und das Gewissen zu befragen, erfordert nicht weniger Mut, aber einen anderen, nämlich einen solchen, von dem manche Atomforscher eingestanden haben, dass sie ihn gern frühzeitig aufgebracht hätten."

Die Dokumentation der Beiträge des Erlanger Kongresses verdient, beachtet zu werden.

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Nahrungsverweigerung bei Demenzkranken PEG-Sonde - ja oder nein? (Kolb, Christian)Mabuse-Verlag, Frankfurt, 2003, 84 S., 12,90 € - ISBN 3-935964-21-8Rezension von: Paul-Werner Schreiner Die Handlungsmöglichkeiten der modernen Medizin haben dazu geführt, dass Menschen immer hÃ