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Menschenleben<BR>Ethische Grund- und Grenzfragen des Medizinrechts (Rezension)

MenschenlebenEthische Grund- und Grenzfragen des Medizinrechts (Joerden, Jan C.)Franz Steiner Verlag, Stuttgart, 2003, 205 S., 19,00 €, ISBN 978-3-515-08340-9 Rezension von: Paul-Werner Schreiner Im Bereich medizinischen Handelns sind mit den im vergangenen Jahrhundert explosiv
May 25, 2013 by
Menschenleben<BR>Ethische Grund- und Grenzfragen des Medizinrechts  (Rezension)
Andreas Lauterbach

Menschenleben
Ethische Grund- und Grenzfragen des Medizinrechts (Joerden, Jan C.)

Franz Steiner Verlag, Stuttgart, 2003, 205 S., 19,00 €, ISBN 978-3-515-08340-9

Rezension von: Paul-Werner Schreiner

Im Bereich medizinischen Handelns sind mit den im vergangenen Jahrhundert explosiv entstandenen neuen Handlungsoptionen viele neue – ethische – Fragen aufgeworfen worden. Die großen, unsere Kultur begründenden Denkschulen können keine Antworten anbieten – die Probleme, vor denen wir heute stehen, waren vor nicht allzu langer Zeit noch nicht einmal vorstellbar. Zeitgleich und wohl in einer Wechselwirkung mit der exponentiellen Zunahme der Handlungsoptionen hat sich zumindest in den westlichen Industriestaaten eine Form des Zusammenlebens entwickelt hat, die mit dem Begriff der offenen Gesellschaft umschrieben wird. So gilt es nicht nur, auf die durch die neuen Handlungsmöglichkeiten aufgeworfenen Fragen eine Antwort zu finden, es muss dies in einem Kontext geleistet werden, in dem es keine klaren unstrittigen Vorstellungen mehr davon gibt, was richtig und falsch ist. In einer Demokratie ist allein die Gemeinschaft der gewählten Vertreter befugt, hinsichtlich Wertfragen Entscheidungen zu treffen, die für alle, die im Geltungsbereich dieser Demokratie leben, verbindlich sind. Wenn dies von Einzelnen oder Gruppen nicht akzeptiert werden kann, was nicht selten der Fall ist, müssen in letzter Konsequenz Gerichte entscheiden, ob die von den Volksvertretern beschlossene Entscheidung, z. B. ein Gesetz, im Einklang mit der Verfassung des betreffenden Landes steht. Hinsichtlich der der ethischen Fragen, die sich im Bereich medizinischen Handelns stellen, sind also immer auch rechtlich Aspekte zu bedenken. Dabei kommt der Jurist nicht immer zu einem moralisch/ethisch wünschenswerten Ergebnis; er hat sich an der in Gesellschaft geltenden Rechtsordnung zu orientieren.

Das vorliegende Buch erscheint als Band 1 einer Reihe „Grundlagen der Rechtsphilosophie“. Der Autor ist Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, insbesondere Internationales Strafrecht und Rechtsvergleichung, Rechtsphilosophie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. In dem Band sind Arbeiten zusammengestellt, die zum Teil auch an anderer Stelle publiziert wurden.

In 15 Kapiteln werden folgende Fragen aufgegriffen und beleuchtet:

  • Welche Rechte können durch das reproduktive Klonen beeinträchtigt werden?
  • Darf man ein Kind klonen, um ein anderes Kind zu retten?
  • Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Begriff der Person und den Grenzendes Lebensschutzrechtes?
  • Darf Abtreibung in einem säkularen Staat bestraft werden? (kritische Auseinandersetzung mit der Lehre Hoersters)
  • Was folgt aus der Stammzellenforschung für den Beginn des Lebensschutzes?
  • Welche Gefahren der Diskriminierung erwachsen aus der modernen Genforschung?
  • Muss man Diskriminierungsgefahren kompensieren, soweit diese aus dem gentechnischen Informationsgewinn resultieren?
  • Gibt es ethisch akzeptable Kriterien für Keimbahninterventionen?
  • Dürfen schwerstgeschädigte Neugeborene (aktiv) getötet werden?
  • Dürfen „siamesische Zwillinge getrennt werden?
  • Unter welchen Voraussetzungen darf man an Menschen Experimente vornehmen?
  • Darf der Staat die Verschreibung sog. harter Drogen an Abhängige zulassen?
  • Kann es im Bereich der medizinischen Ethik Gruppenrechte geben?
  • Welche Rolle spielen Tabus bei Sterbehilfe, Organtransplantation und Klonen?
  • Ist das Hirntodkonzept ethisch akzeptabel?
Die Ausführungen sind auch für Nichtjuristen sehr gut verständlich. Am Ende jedes Kapitels sind die Ergebnisse in Thesen zusammengefasst. Wer bereit ist, sich auf die mitunter etwas andere Denke eines Juristen einzulassen, wird mit Gewinn in dem Buch lesen.
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Altenpflege internationalEntwicklungen in der außereuropäischen Altenhilfe (Holger Jenrich (Hrsg.) )Mabuse-Verlag. Frankfurt am Main 2008, 180 Seiten, 19,80 Euro, ISBN 978-3-940529-04-6 Rezension von: Dr. Hubert Kolling Aufgrund des demographischen Wandels ist die Zukunft pfleg