Pflege von Akutkranken |
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Im vorliegenden, aus dem Norwegischen übersetzten Buch beschäftigen sich die beiden Autorinnen eingehend mit der Pflege von akutkranken Menschen, der psychosozialen Betreuung von Notfall- und Intensivpatienten, Patienten vor/nach OP und deren Angehörigen.
Die ersten fünf Kapitel beziehen sich auf den akutkranken Intensivpatienten, Kapitel 6 auf Patienten, die notfallmäÃig operiert werden müssen, Kapitel 7 auf psychosoziale Reaktionen und Bedürfnisse- und deren Konsequenzen für die Pflege. Der Leitgedanke, "Pflege von Akutkranken" findet sich in fast jedem Kapitel. In Kapitel 6 "Der Operationspatient" weicht die Autorin Astrid Kjøllesdal vom Aspekt des Akutgeschehens ab. Hier wird weniger auf den akut/kritisch kranken Patienten eingegangen, vielmehr steht hier der Patient, der sich einer geplanten Operation unterziehen muss, im Vordergrund. Die inhaltlichen Schwerpunkte sind aufeinander bezogen und klar gegliedert.
Die jeweiligen Kapitel lesen sich bei bestehenden theoretischen und praktischen Vorkenntnissen gut, sollten aber durch bewusste ethische Reflexionen im Kollegenkreis und persönlicher Selbstreflexion der Pflegekraft ergänzt werden. Die emotionale Ebene wird durchweg angesprochen; der Leser kann sich gedanklich mit dem Thema gut auseinander setzen. Selbstständiges Arbeiten mit dem Buch ist möglich. Der Inhalt des Buchs kann auch gut im Unterricht verwendet werden. Anhand der Thematik kann z.B. über einen Leseauftrag eines bestimmten Kapitels eine anschlieÃende Diskussion im Unterricht initiiert werden. Schade, dass dafür keine Lernziele vorgegeben sind.
Lobend hervorzuheben sind die in Kapitel 2 bis 6 aufgeführten ReflexionsanstöÃe. Sie eröffnen die Möglichkeit, über eigene Erfahrungen und Erlebnisse im Berufsleben geführt nachzudenken. Die in diesen Kapiteln aufgeführten Fallbeispiele verhelfen der Problematik zu einer optimalen Transparenz. Die Ausstattung des Buches ist als Paperback-Ausgabe angemessen. Sprachliche, fachliche, orthografische Fehler liegen nicht vor. Die Ãbersetzung ins Deutsche ist gut gelungen.
Das Werk eignet sich insbesondere für die verschiedenen Berufsgruppen in den Fachabteilungen Intensiv und Anästhesie. Der Schwerpunkt dieses Buches, geleitet von der Idee ganzheitlicher Menschlichkeit, liegt auf den psychosozialen Aspekten, die im Verlauf der sieben Kapitel immer gut zu erkennen sind. Das Bewusstsein der an Intensivstationen und Anästhesieabteilungen tätigen Mitarbeiter für die psychosozialen Empfindungen eines Intensivpatienten und seiner Angehörigen wird gefördert.
Jeder Abschnitt ist klar gegliedert und überschaubar. Am Ende der meisten Kapitel schlieÃt sich eine Reflexion an. Das schafft die Möglichkeit, über das Gelesene nochmals nachzudenken und zu diskutieren. Das Buch sollte für jeden neuen Mitarbeiter einer Intensivstation und Anästhesieabteilung zugänglich sein und auch an keiner Weiterbildungsstätte fehlen. Dem Werk gilt meine uneingeschränkte Empfehlung, ihm ist eine weite Verbreitung zu wünschen.