
Hofstetter, Gabriela
Quellenbuch zur krankenpflegerischen Tätigkeit der Basler Missionarinnen in Asien und Afrika Ende 19. und anfangs 20. Jahrhundert
Verlag hpsmedia. Hungen, 2014, 108 S., 29,80 €, ISBN 978-37357-50624
Quellenbuch zur krankenpflegerischen Tätigkeit der Basler Missionarinnen in Asien und Afrika Ende 19. und anfangs 20. Jahrhundert
Verlag hpsmedia. Hungen, 2014, 108 S., 29,80 €, ISBN 978-37357-50624
Das von Gabriela Hofstetter veröffentlichte „Quellenbuch“ vereint eine Reihe unterschiedlicher Dokumente – Briefe, Berichte, Nekrologe, Zeugnisse und Protokolle – zur krankenpflegerischen Tätigkeit der Basler Missionarinnen in Asien und Afrika Ende 19. und anfangs 20. Jahrhundert. Die Autorin (Jahrgang 1967) absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Krankenschwester an der Schwesternschule vom Roten Kreuz in Zürich, bevor sie ihr Studium der Neueren deutschen Literatur und Geschichte im Jahre 2011 am Fachbereich Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte mit einer Promotion zum Thema „‘Gehet hin und pfleget‘. Basler Missionarinnen im Dienst der Ärztlichen Mission in Asien und Afrika (1892-1945)“ abschloss. Das hierbei unter anderem im Archiv der Baseler Mission zu Tage geförderte handschriftliche und maschinengeschriebene, von der Forschung bislang kaum berücksichtigtes Quellenmaterial war zugleich die Grundlage für das vorliegende Buch.
Nach Vorwort (S. 7), Einleitung (S. 8) und eine „Einführung in die Quellen“ (S. 9), die jeweils ganz kurz ausfallen, folgt der „Quellenteil“ (S. 10-96), der durch „Kurzbiographien der erwähnten Missionskrankenschwestern“ (S. 98-102) sowie Hinweise zu den „Missionsländer der Baseler Mission in Stichworten“ (S. 103), einen „Quellennachweis“ (S. 104-107) und ein „Literaturverzeichnis“ (S. 108) ergänzt wird.
Insgesamt vereint das „Quellenbuch“ 49 Dokumente (Briefe, Berichte, Nekrologe, Zeugnisse und Protokolle), welche die krankenpflegerische und missionarische Tätigkeit von europäischen Missionskrankenschwestern in Übersee (Asien und Afrika) im Zeitraum von 1884 bis 1938 beschreiben. Im Einzelnen handelt es sich hierbei um Verordnungen, Komiteeprotokolle und Korrespondenz aus den Personalakten der Baseler Missionarinnen, aber auch um Berichte und Briefe von Missionskrankenschwestern, welche in den Zeitschriften „Mitteilungen aus der Baseler Frauenmission“ – ab 1929 „Unser Dienst in der Mission. Monatsblatt der Frauenmission“ – und dem „Evangelischen Missionsmagazin“, sowie dem „Verein für ärztliche Mission“ herausgegeben wurden. Zudem umfassen sie Nachrufe, die zwischen 1932 und 1934 in der Hauszeitung der Baseler Mission, dem „Evangelischen Heidenboten“, erschienen sind. Neben den Quellen aus dem Archiv der Baseler Mission werden auch Originaltexte über die krankenpflegerische Tätigkeit von Missionskrankenschwestern vorgestellt.
Zur Auswahl beziehungsweise Bedeutung und Intention der Dokumente schreibt Gabriela Hofstetter im Vorwort: „Trotz des expliziten Bezuges zu Missionskrankenschwestern geht es nicht eigentlich darum, ausschließlich ‚Frauenquellen‘ darzustellen. Der Zugang zu den Frauen erschließt sich vielmehr auf indirektem Weg über die Männer; deshalb werden ‚Männerquellen‘ genauso berücksichtigt“ (S. 7).
Die Erforschung der Geschichte der christlichen Mission in außereuropäischen Ländern hat sich in den letzten Jahren rasch entwickelt. Die zahlreichen hierzu bereits erschienenen Veröffentlichungen zeigen, welche Relevanz missionswissenschaftliche Forschung – insbesondere die von Missionarinnen und Missionaren hinterlassenen Schriften – hat. Mit dem von Gabriela Hofstetter vorgelegten „Quellenbuch“ liegen der Öffentlichkeit nun erstmals auch eine breite Palette von Dokumenten zur krankenpflegerischen Tätigkeit der Basler Missionarinnen in Asien und Afrika Ende 19. und anfangs 20. Jahrhundert vor. Die Veröffentlichung eröffnet vielfältige Zugänge zu einem bislang noch wenig beachteten Kapitel der Pflegegeschichte. So geben die vorgestellten Dokumente etwa Auskünfte über den Werdegang von Missionskrankenschwestern, angefangen von deren Herkunft und Motivation zur Ausübung ihres Berufes bis hin zu den Arbeits- und Lebensweise im fremden Land. Da die Missionskrankenschwestern im Missionsgebiet lebten und arbeiteten, hatten sie sehr nahen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, wobei das Quellenmaterial auch zeigt, wie schwierig und zum Teil gefährlich ihr Arbeitsalltag aussah. Insofern bietet das Buch eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten in Wissenschaft, Schule und Ausbildung.
Eine Rezension von Dr. Hubert Kolling